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Der Wein einer Frau:
Caroline Bonville ist eigentlich Winzertochter und hoch qualifizierte studierte Oenologin aus Bordeaux. Aufgewachsen auf dem elterlichen Chateau Marac, suchte sie sich aber schon bald nach dem Ende der Ausbildung ein wunderschönes Weingut im traumhaft schönen Roussillon. Frankreichs äußerster Süden mit seinem scheinbar unerschöpflichen Terroirpotential, seinem sehr warmen mediterranen Klima, seinen fruchtigen und eher "weichen" Rebsorten (v.a. dem wollüstigen Grenache Noir) scheint ihrem erklärten Vorhaben entschieden mehr entgegenzukommen als das zu tanninstrengen, "maskulinen" und bisweilen spröden, oftmals sogar mageren Weinen neigende heimatliche Bordeaux: Sie will demonstrativ und exemplarisch die Weine einer Frau erzeugen, also erkennbar weibliche, sinnliche und sprichwörtlich "feminine" Weine (und die sind ja auch nicht nur etwas für Frauen!). Man muss sagen, dass ihr das ausgesprochen überzeugend gelingt, wenn auch auf sehr kraftvolle, barocke, ja geradezu athletischen Art und Weise, also Rubens statt Photomodel!
Terroir:
Ihre Weinberge weisen phantastische Bodenformationen auf, darunter Schiefer und Granit, also magere und extrem mineralische Böden, welche die bisweilen über 50jährigen Reben (v.a. die gebietstypischen Sorten Grenache und Carignan) zu äußerst tiefen Wurzeln und von Natur aus schon sehr kleinen Erträgen zwingen. Beste Bedingungen also für dichte, äußerst saftige, dabei aber finessenreiche und mineralisch tiefgründige Weine. Ihr als "schlichter" Cotes-du-Roussillon-Villages deklarierter Spitzenwein stammt von über 50jährigen Grenache und Carignan Reben mit etwas jüngerer Syrah, wurde in allerfeinsten Barriques ausgebaut und (natürlich) unfiltriert abgefüllt.
Farbe:
Völlig undurchsichtiges Blauschwarz bis Opak bis zum Rand. Keinerlei Aufhellung und violette Reflexe. Damit könnte man wahrscheinlich auch schreiben, wäre aber zu schade!
Duft:
Betörendes Beerenaroma, Schwarzbeeren, eingelegte Waldbeeren, Schattenmorellen, Cassis, Brombeeren und die bei 2005er Rotweinen (europaweit?) so oft anzutreffenden Blaubeeren, dazu Lakritze, Vollmilchschokolade, Kakao und Tabak. Das Ganze wird untermalt von Bleistiftmine, Olivenpaste und Gewürzkiste. Dazu Lakritze, erstaunlich kühle Anklänge von Eukalyptus (hoch gelegene Weinberge) und balsamischen Noten. Was soll man sagen? Himmlisch!
Geschmack:
Unerhört voll, dicht, dick und druckvoll, geradezu von viskoser Konsistenz, den ganzen Mundraum völlig auskleidend, unglaublich genussvoll, sehr körperreich (satte 15% Alk.) und ausladend, erinnert entfernt schon an trockenen Port, bei aller Wollust und Kraft aber durchzogen von einer ausbalancierenden Kühle und unglaublich reifen, edelsten Tanninen (hier zeigt sich die angestrebte Weiblichkeit und Finesse im Wein sehr deutlich). Der ewig ausklingende Abgang hinterlässt einen betörenden Nachgeschmack von Lakritz und Bitterschokolade gefüllt mit Blaubeergelée. Stark!
Gesamteindruck:
Ein wahrhaft femininer und geradezu erotischer Wein, der aber auch die betont weibliche Finesse nicht vermissen lässt. Weckt mit seiner Opulenz und barocken Fülle allerdings auch Reminiszenzen an großen trockenen Vintage-Port oder hochklassigen spanischen Priorat (kein Wunder, sind ja auch dieselben Rebsorten und ganz ähnliche Böden). Wahnsinnig charakterstarker Stoff aus der Hand einer offensichtlich willensstarken und selbstbewussten Winzerin! Daran hätte Herr Rubens wahrscheinlich auch seine Freude gehabt (am Wein, nicht an der Frau, die ist nämlich recht zierlich!).
Speiseempfehlung:
Kaninchen oder Hase mit reduzierten Bratensaucen, Rehkeule, Wildschweinfilets, mit provenzalischen Kräutern gewürztes rotes Fleisch vom Grill oder einfach solo beim Ohrenschmaus einer großen Symphonie oder dem Betrachten eines Gemäldes von Rubens und anderer schwelgerischer Künstler.
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Preis: 12,90 €
Endpreis inkl. 19% MwSt.
MwSt.-Anteil entspr.: 2,06 €
zzgl. Versandkosten 10,- €
pauschal pro Bestellung
Literpreis inkl. MwSt.: 17,20 €
Inhalt: 750 ml
Status: ausgetrunken
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