Alte-Reben Weine von Teja Heise
 
 
Alte Reben
Rotweine
Campos de Luz
Château Pech-Redon
Clos de l'Anhel
Domaine Capmartin
Domaine de l´Obrieu
Domaine de Mourchon
Domaine du Grand Bourjassot 
Valpiculata
Weißweine
Domaine Bordenave-Coustarret 
Domaine Mas de Lavail
Markus Molitor
Tera y Castro
Van Volxem
Bestellen
Gästebuch
Bestellablauf
AGB
Datenschutzerklärung
Versandkosten
Rückgaberecht
Impressum
  Genetik, Erträge und Qualität
  

Hervorragende Genetik

Ein weiterer Aspekt für die überragende Weinqualität bei alten Rebstöcken ist deren in der Regel außergewöhnlich gute Genetik. Sie wurden in einer Zeit gepflanzt, als es noch keine modernen, auf höchsten Ertrag gezüchteten sog. "Klone" gab, bei denen gezielt nur die Pflanzen vermehrt werden, die möglichst viele und möglichst große Trauben tragen. So findet sich besonders bei den sehr alten, noch ungepfropften wurzelechten Reben aus der Zeit vor der Reblaus eine heute extrem seltene, schwachwüchsige und vollkommen unverfälschte und natürliche Ur-Genetik mit wenigen lockerbeerigen und kleinen Trauben, die dafür aber umso aromatischer sind. Diese "Reburgroßmütter" sind nicht zufällig so alt geworden und haben zahlreiche Fröste, Hagelschläge und andere Wetterkapriolen und bisweilen sogar die Reblaus überlebt. Sie wurden nie im Ertrag überfordert und "ausgemolken", da sie schon genetisch bedingt nur wenig zu tragen bereit sind. So haben sie über Jahrzehnte Nährstoffreserven angelegt und stehen daher trotz ihres Alters viel vitaler und widerstandsfähiger da als weitaus jüngere Hochertragsanlagen. Dieses genetische Material ist bei keinem Rebzüchter erhältlich und gerade deshalb besonders wertvoll und erhaltungswürdig. Nicht selten statten daher besonders qualitätsbewusste Winzer ihre Neuanlagen mit Edelreisern (ausgebrochene Triebe) gezielt von ausgesuchten alten Parzellen aus, um das genetische Material zu erhalten und in die nächste "Generation" hinüberzuretten. Sie werden dann mit von Anfang an hervorragender Traubenqualität für die Inkaufnahme der niedrigen Erträge belohnt.

Erträge und Qualität

Gerade der geringe und stetig weiter sinkende Ertrag alter Reben ist der wichtigste Grund für deren geringe Verbreitung. Vor allem in Deutschland, aber auch in weiten Teilen Italiens und anderen Ländern, wo die Winzer leider immer noch an möglichst hohen, zumeist völlig utopischen Erträgen ohne echten Qualitätsanspruch interessiert sind, werden die Rebflächen nach 20, spätestens 30 Jahren unter dem Aspekt einer völlig falsch verstandenen Wirtschaftlichkeit (hoher Ertrag = hoher Erlös) turnusmäßig rigoros gerodet und neu bestockt (zumeist mit minderwertiger Hochertrags-Genetik). Dabei macht doch die Rebe gerade in diesem Zeitraum, also zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr den größten Qualitätssprung (v.a. durch das in dieser Zeit besonders stark wachsende Wurzelwerk). In Frankreich, Spanien, aber auch in Australien, Teilen Kaliforniens und einigen anderen Ländern hat man dies schon seit längerem erkannt und begonnen, gezielt alte Reben zu pflegen und ihre teilweise sehr niedrigen Erträge bewusst in Kauf zu nehmen, um daraus separat geerntete Spitzenweine zu keltern, häufig mit ausdrücklichem Vermerk auf dem Etikett (z.B. "Vieilles Vignes", "Vinas Viejas" oder "Old Bush Vines"). Aber auch in Deutschland deutet sich ein ganz allmähliches Umdenken an. Vor allem an der Mosel und der Saar existieren noch einige Steillagen mit uralten, z.T. noch wurzelechten Riesling-Stöcken, die Reblaus, Flurbereinigung und behördlich angeordnete Zwangsrodungen überlebt haben, und nun von einigen enthusiastischen Winzern entdeckt und wiederbelebt werden.

zurück | weiter